Reisebericht Walter MarkusIm Oktober 2004 bereiste ich, Markus Walter mit meiner Frau Julia und mit Martin Handlechner aus dem Salzburgerland das frühere Königreich Sikkim und das einzige buddhistische Königreich Bhutan.
Eine Motorradtour durch Nepal, Tibet und dem Himalayagebirge - als ich das erste Mal von dieser Idee des Herrn Siegfried Mayer hörte, war ich sofort überwältigt von dem Gedanken, diese Länder mit dem Motorrad kennenzulernen. Fast 2 Jahre sind seit damals vergangen und zugegeben es war nicht Nepal und Tibet aber immerhin Indien, Sikkim und der mindestens genauso eindrucksvolle Bhutan, welche wir mit unseren vom Siegfried bzw. den Himalayan Adventures geliehenen 640er KTMīs bereisten. Schon bei der Fahrt vom Flughafen in Bagdogra zu unserem Startpunkt (einem erstklassigen Hotel in Siliguri) konnten wir sehen, dass der Straßenverkehr in Indien nichts mit dem zu tun hat, was wir unter Straßenverkehr verstehen. Der wohl auffallendste Unterschied war der Linksverkehr, der noch aus der Kolonialzeit der Engländer stammt. Mit dem Linksverkehr kamen wir trotzdem recht schnell zurecht, zumal es meiner Meinung nach mit dem Motorrad einfacher ist, sich an den Linksverkehr zu gewöhnen als mit dem Auto. Schwieriger war es jedoch sich an den Verkehrsfluß anzupassen, weil sich niemand an Verkehrsregeln hält, wie wir sie alle kennen. Es gibt zwar Ampeln, diese werden aber nicht beachtet, generell gilt, gefahren wird dort, wo Platz ist. Wären auf unseren Straßen auch so viele Fahrzeuge, Fuhrwerke, Radfahrer und Fußgänger auf den Straßen würde das unweigerlich in einem Chaos enden. Aber aufgrund der Tatsache, dass in Indien dort gefahren ist, wo Platz ist, kommt man vergleichsweise trotzdem schnell voran. Man sieht aber in Indien, speziell in den Städten, fast kein Fahrzeug ohne Delle. Zu erwähnen sind noch die Lastkraftwagen die mit sehr kunstvollen Verzierungen bemalt und oft mit Girlanden geschmückt sind. Speziell am Schluss unserer Reise mussten wir diese oft überholen. Sie bilden die einzige Möglichkeit des Warenverkehrs über die schmale Bergstraße von Puentscholing nach Thimpu, der Hauptstadt des Buthan. Überhaupt war der zweite Teil unserer Reise atemberaubend. Wir hatten das Glück, dass wir extrem gute Wetterverhältnisse vorfanden. In Darjeeling hatten wir 25° Celsius und das mitten im Oktober. Durch die klare Sicht konnten wir bei der Fahrt von Gangtok nach Puentscholing auch die herrliche Landschaft genießen. Wir fuhren vom Südwesten nach Nordosten, das heißt wir sahen rechter Hand die Tiefebene Richtung Meer und den Golf von Bengalen und linker Hand die letzten Ausläufer des Himalayagebirges. Trotz der vergleichsweise niedrigen Berge (kleine Hügel) spürte man förmlich die mächtige Dominanz des Himalayagebirges. Puentscholing, der Zielort dieses Tages, ist auch die Grenzstadt zwischen Indien und Bhutan. Am nächsten Tag fuhren wir die bereits erwähnte Straße nach Thimpu. Das war mit Abstand die reizvollste und atemberaubendste Etappe der ganzen Reise. Sie führte uns durch eine Aneinanderreihung von unzähligen Kurven und Kehren auf über 3000m Seehöhe. An exponierten Stellen fand man Gebetsfahnen auf sogenannten heiligen Plätzen. Während unserer ganzen Reise hat sich übrigens Kinley Tshering,- der junge sympatische Chef der Himalayan Adventures sehr professionell und freundlich um uns gekümmert. Wir haben dann den kurzen Aufenthalt in Bhutans Hauptstadt Thimpu noch sehr genossen. Man stelle sich vor, dies ist die einzige Welthauptstadt unserer Welt, die ohne eine einzige Ampelregelung auskommt. Es sieht auch sehr lustig aus, wie die Autos in der Hauptstraße parken, hier ist Kurzparkzone, jeder der hier angeblich kurz parkt, hat die Warnblinkanlage eingeschaltet. Wenn man diese friedliche Szenerie gegen Abend sieht, denkt man als Österreicher unwillkürlich ein bisschen auf Advent und Weihnachten. Auch war es für uns auffällig, wie rücksichtsvoll vergleichsweise die bhutanesischen Chauffeure unterwegs sind. Sobald wir über Land z.B. einem Lkw begegneten und wir soeben eine Steigung aufwärtsfuhren, hat der jeweils abwärtsfahrende Strassenkollege sein Fahrzeug sofort angehalten und ist maximal links rangefahren um uns vorbei zu lassen. Eigentlich ist dies ja eine völlig logische Sache, wenn man bedenkt dass manche Fahrzeuge ja sehr schwer beladen sind und gar nicht mehr aus der Steigung wegkämen, so sie halten müssten. Trotzdem war das Verhalten der Fahrer wie Tag und Nacht zum indischen Verkehrsverhalten und ist uns dies sehr positiv aufgefallen. Es könnten sich hier auch einige österr. Straßenkollegen eine Scheibe vom bhutanesischen Verhalten abschneiden. Leider hieß es nun Abschied nehmen, wir sind dann mit der bhutanesischen Airline Druk Air ( der Donnerdrachen ) zurück nach Dehli geflogen, dies war der bisher sicherlich grandioseste Panoramaflug in unserem Leben. Wir haben aus nächster Nähe die höchsten Berge der Welt bewundert. Die überwiegend an der Nordgrenze von Nepal zu Tibet stehen. Den Mt. Everest, den Kanchenzönga und den Cho Yu hab ich mir gemerkt, die anderen sind mir leider schon wieder entfallen. Bei dieser Gelegenheit haben wir auch schon ein Stück nach Tibet hineingeschaut, dieses Land übt eine große Faszination auf uns aus. Speziell meine Gattin Julia möchte dort unbedingt einmal per KTM hinkommen, vielleicht schaffen wir es ja das nächste Mal mit dem Siegfried und seinen asiatischen Freunden. Zum Abschluss unserer Reise gabs dann noch eine Sightseeingtour in Dehli mit einigen Schnappschüssen. Alles in allem war unsere Reise zwar kurz,- nur 1 Woche, aber sehr eindrucksvoll, idealerweise sollte man sich 2-3 Wochen Zeit nehmen für so eine tolle Motorrad-Lebensreise, dann zahlt sich das richtig aus. Wir zehren noch heute fast 1 Jahr danach von unseren tollen Eindrücken. Unbedingt müssen wir festhalten, daß die österr. Eisen der Marke KTM in top Zustand waren und wir eine Reise mit den Himalayan Adventures wärmstens empfehlen können. Wir haben herausgefunden, daß die 7 Bikes vom Typ 640er Adventur die einzigen Enduros im Großraum des Himalaya sind, die man mit Guide und Mechanikerbegleitserice mieten kann. Es wird wohl hoffentlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir auf österr. KTMs dieses interessante als auch mystische Land am Himalaya besucht haben. |
