Eine Motorradreise ins Hochland von Tibet

Eine Motorrad Abenteuer Reise der Superlative ins Hochland von Tibet, weltweit erstmalig realisiert in einer 8 köpfigen Gruppe von Bikerfreaks, durchgeführt auf KTM.

Eine Motorradreise ins Hochland von Tibet
Eine Motorrad Abenteuer Reise der Superlative ins Hochland von Tibet, weltweit erstmalig realisiert in einer 8 köpfigen Gruppe von Bikerfreaks, durchgeführt auf KTM.



Dieser große, ursprünglich private Traum des Siegfried Mayer aus Obertrum am See, wurde im Mai 2004 (23 Reisetage) nach jahrelanger Vorbereitung zusammen mit Joe und Renate Pichler aus Elixhausen realisiert.

Sieben KTMs der Type 640 Adventure (Link KTM) wurden bereits im Juni 2003 samt Ersatzteilkit und Werkstattausrüstung nebst 10 KTM Trekkingbikes per Container auf den Weg nach Asien gebracht, um die technische Basis für dieses bislang weltweit einmalige Unternehmen in einer Gruppe von insgesamt 8 Bikern,- inkl. Joe,- bereitzustellen.

Joes nagelneue 950er Adventure durfte per Aircargo kurz vor Reisebeginn exklusiv aus Mattighofen einfliegen. Die gestandenen Teilnehmer dieser exklusiven und erstmaligen Motorrad-Traumreise ins Hochland von Tibet fanden zueinander über Joe Pichler und seine hierzulande bestens bekannten und renommierten Multivisionsschauen.

(Link zu Joe einfügen) 2 Mander,- Peter und Karl-Heinz,- kamen aus dem St. Pöltener Raum, 2 weitere,- Robert und Michael,- aus dem Grazer Raum, 2 Teilnehmer,- Heiner und Gerald,- aus dem Salzburgerland sowie ein sympathischer Bayer,- Franz,- aus dem nahen Traunstein komplettierte die tolle Gruppe. Es gab bei mir in Obertrum im Dezember 2003 das erste Treffen, an dem bereits Joe, Renate, Peter, Karl Heinz und Heiner teilnahmen. Der Rest war damals noch verhindert.

Nach einem im April 2004 abgehaltenen Fahrtraining im nahen Slowenien, das uns dankenswerterweise unser Motorradcrack Peter Altenburger (Link zu Hotbike.com) organisiert hatte, ging’s dann am 6. Mai los, wir flogen von Salzburg über Wien nach Kathmandu ins Herz des Himalaya.

Joe Pichler war bereits seit Mitte April im elitären Königreich Bhutan unterwegs, er sollte dann rechtzeitig in Kathmandu zu uns stoßen. Alex Feigl, unser österr. KTM Mechaniker Meister war bereits ebenso einige Tage vorher vorausgeflogen, um die Bikes vorzubereiten. Wir erreichten per komfortablen Direktflug mit Austrian Airlines Kathmandu in Nepal kurz vor Mitternacht.

Hier wurden wir von Joe und Palden Lama erwartet, lezterer hatte sogar eigens ein großes Transparent vorbereitet aus Anlaß unserer Motorrad-Expedition vorbereitet. Nach einem nur ca. 5-minütigen Transfer , organisiert von Palden Lama, erreichten wir das einzige Museumshotel in Kathmandu.

(Link einfügen) Nach der ersten Nacht im schönen Dwarika*****, begann der erste Vormittag dann teilweise hektisch bzw. sehr betriebsam, Kinley ( der Chef der Himalayan Adventures)und Alex hatten alle Bikes samt Equipment ins Dwarika gebracht.

Unsere 8 KTMs waren nun ordentlich in Reih und Glied aufgestellt in der geschützten Parking Area. Nun gabs einen kurzen Presseempfang, die ansässige große Tageszeitung äThe Himalayan“ erbat einige Interviews, am nächsten Tag bereits erschien unsere Tibet-Expeditionsreise in großer Aufmachung.

Es gab nun anschliessend ein Fahrerbriefing mit Joe,Kinley, allen Fahrern und mit mir, anschließend wurden die Bikes zugeteilt. Alle Biker hatten nun ihren ersten Spaß beim Probesitzen, Alex hat dann allen die diversen Hebel optimal eingestellt, die Bikes wurden auch hinsichtlich der gewünschten Sitzhöhe verteilt bzw. noch weiter angepasst.

Bei 4 KTMs gab’s eine um 5 cm reduzierte Sitzhöhe, die dann durch 4 modifizierte Sitzbänke nochmals um 5 cm reduziert werden konnten. Ein Spezialservice der Himalayan Adventures!

Nun war es endlich soweit, alle waren startklar und scharrten buchstäblich schon ungeduldig in den Startlöchern. Wir fuhren los Richtung Nagarkot, um uns dort auf 2.500 Metern Höhe weiter zu akklimatisieren. Im hektischen Stadtverkehr in Kathmandu hat sich eines unserer Begleitfahrzeuge nach vorne gesetzt, einerseits als Schutzschild, andererseits auch um im Linksverkehr den nachfolgenden Bikern eine wichtige Orientierung zu geben.

Bald schon waren wir der Stadt entronnen und konnten unsere Fahrt vorbei an der alten Königsstadt Baktapur genießen.

Gleich danach erklommen wir die ersten Vorberge des Himalaya im Kathmandutal, der Kurventango begann. Auf halber Höhe gabs dann eine erste gemütliche Rast, es war heute ca. 30 Grad heiß, Flüssigkeitsausgleich war also angesagt.

Nach einer weiteren Fahrstunde wurde uns ein stimmungsvoller Empfang im Hotel Fort bereitet, die Hausherrin tibetischer Abstammung empfing uns mit den traditionellen Glücksschleifen,- den Katas, mit denen wir auch schon am Flughafen von Kathmandu von Palden Lama begrüßt wurden.

Wir durften unsere österr. heißen Eisen im Innenhof parken, wo wir sofort von einer sehr schönen Stimmung umfangen wurden. Gebetsfahnen flatterten im Wind, die sanften und schönen Töne eines Windspiels klangen verheißungsvoll und zugleich friedvoll in unseren Ohren.

Wir verbrachten einen schönen Nachmittag bei Tee und Kaffee im traumhaften Viewpoint des Hotel Fort sitzend. Bei schönem Wetter und guter Sicht kann man von hier aus hunderte Kilometer des majestätischen Himalayas überblicken. Die ersten Achttausender leuchten mit ihren Eiskappen von nah und fern, für den Nepal-Erstreisenden sind dies unvergeßliche Eindrücke.

Die ersten locker-lustigen Sprüche flogen umher, am meisten tat sich hier unser "Bayrischer“ hervor. Bei vielen Gelegenheiten bekamen wir sein lustiges "ohne Hirn is’ leicht ma’schier’n“ um die Ohren.

Am nächsten Morgen ging’s dann nach einem eher diesigen Sonnenaufgang mit wenig Bergsicht nach einem guten Frühstück schon heftiger zur Sache, wir befüllten erstmalig unsere Camelbags (ein Trinkrucksack für Offroader) und machten uns bereit zum Start zur tibetischen Grenze. Rund 120 Kilometer lagen als zweite Etappe vor uns. Wir fuhren nun in einem Kurventango wieder hinunter ins Tal, vorbei an der alten Königsstadt Baktapur um alsbald links Richtung Kodari abzuzweigen.

Der wilde Ritt samt zwei Landcruisern als Begleitfahrzeuge ging nun nahezu durch alle Vegetationsstufen, nach rund 3 Stunden Fahrzeit erreichten wir den nepalesischen Grenzort Kodari.

Nun begann ein Spießrutenlauf im wahrsten Sinne des Wortes, zuerst wurden wir nun einmal im Zuge der Ausreise aus Nepal mit einer endlosen Bürokratie konfrontiert. Paralell musste eine vielköpfige Trägermannschaft (rund 50 Leute) organisiert werden, die unsere gesamte Ausrüstung zu Fuß über die nahe Friendshipbridge und den Grenzpunkt auf die andere Seite des Tales tragen musste, wo unsere tibetischen Begleitfahrzeute,- ein Lkw und zwei Landcruiser bereits auf uns warteten.

Dies bedeutete einen Zeitaufwand von ca. 3 Stunden, bis die gesamte Ausrüstung transferiert war. Unsere Bikergruppe konnte dann nach einigem Warten endlich bis zur Friendshipbridge vorrücken, hier wurden wir bereits von den ersten Chinesen in Uniform mit einem Fotografierverbot belegt. Irgendwer hat sich an die unnötige Order nicht wirklich gehalten und ein paar Fotos geschossen. Unsere Mannschaft mussten dann durch die SARC-Kontrolle, was hieß,- eine Wärme-Pistole gegen den Kopf gehalten zu bekommen und dann weiter die nächsten 200 Meter den gegenüberliegenden Hang zu Fuß oder per KTM hinauf, wo unsere mittlerweile beladenen tibetischen Begleitfahrzeuge auf uns warteten.

Ein LKW chinesischer Bauart "Dong Feng“ hatte nun die schweren Lasten an Bord, für den Personentransport von immerhin rund 10 Personen hatten wir 2 Landcruiser aufgeboten. Wir hatten ausdrücklich neue Modelle bestellt, diese hatten änur“ rund 250.000 Km am Tacho, ein sogenanntes Old Modell weist dann schon min. 5-600.000 Km auf.

Wir fuhren nun einige Kilometer die Straße weiter den Berg hinauf nach Zangmu, wo die Einreise nach Tibet zu bewerkstelligen war.

Dieser Grenzort war heillos verstopft mit hunderten Autos, Lkws und Bussen. Unsere Geduld wurde hier wieder auf die Probe gestellt,- im Hintergrund tobte im Office der Chinesen ein heftiger Fight, Kinley und Palden Lama wurden von den chinesischen Grenzbeamten mit einer neuen Schikane konfrontiert.

Die Chinesen verlangten von uns eine Kaution von 5.000,-- USD pro Motorrad, was in Summe hieß, diese Wahnsinnigen wollten 40.000 USD cash kassieren!

So ganz nebenbei ignorierten sie einfach das gültige Carnet von Joe für seine 950er! Kurzum,- es hat uns einige Stunden unnötigen Aufenthalt gekostet, nach zähem Ringen konnten wir die “Herrn“ auf 14.000 USD herunterhandeln, damits endlich weiterging.

Am mittlerweile späten Nachmittag konnten wir auf weitere 40 Km nach Nyalam auf 3.700 m liegend, aufbrechen, wo wir die nächsten 2 Nächte zur hochwichtigen weiteren Akklimatisation bleiben würden.

In dieser ersten Nacht in Nyalam lag ich selbst hechelnd wie ein Hund im Bett, die dünne Luft machte sich nun sehr stark bemerkbar. Alle Teilnehmer der Gruppe hatten als einen wirklich besonderen Service einen Monat vor Abreise 1 Liter reinen Himbeersirup von mir bekommen,- dieses Naturprodukt wirkt unter anderem sehr gut gegen Thrombosen und baut auch die roten Blutkörperchen massiv auf, die für den Sauerstofftransport u.a. zum Gehirn verantwortlich sind. Im nachhinein kann man sagen , dass diese Maßnahme eine große positive Wirkung bei allen europäischen Teilnehmern auf dieser Reise ins Hochland von Tibet gezeigt hat.

Am nächsten Morgen,- wir hatten im "Hotel Nyalam“ genächtigt (ein einfachstes Gästehaus), machten die meisten von uns eine kleine Wanderung den nächsten Berghang hinauf.

Einige von uns kamen ganz ordentlich ins schnaufen, nach einem Aufstieg von ca. 100 Metern wurden wir von einem atemberaubend schönen Ausblick auf den Himalaya-Hauptkamm verwöhnt. In einer Sekunde war diese kleine Schinderei wieder vergessen, so prächtig und unvergesslich war dieser Moment, nachdem die letzten 2 Höhenmeter überwunden waren.

Wir sahen auch hier bereits in westlicher Richtung den 1. Achttausender mit freiem Auge, es handelte sich um die Shisha Pangma, den einzigen 8.000er der auf rein tibetischem Territorium steht. Ein wirklich erhebender Anblick.

Beim Abstieg ins Dorf sind die meisten von uns noch fast in eine Sprengung hineingelaufen, die soeben dort stattfand. Es war irgendeinem Menschlein ein größerer Felsblock am Dorfrand ein Dorn im Auge, fast wären wir mit ihm zusammen in die Luft geflogen. Nocheinmal gut gegessen und relativ gut geschlafen im hochtrabend formulierten äHotel“ Nyalam, dann nahmen wir Anlauf auf die ersten 5.000er Pässe, um so den Himalaya Hauptkamm zu überwinden.

An dieser Stelle sei angeführt, dass unser Erstangemeldeter zur Reise,- Peter,- nur 10 Tage bevor wir in Österreich aufbrachen, am Blinddarm operiert wurde. Leider begann sich nun sein Zustand in Tibet von Tag zu Tag zu verschlechtern. Peter fuhr übrigens meine eigene Lieblingsbike mit Nr. 16, ich selbst hatte von Anfang an kein Motorrad zur Verfügung und saß in einem der beiden Landcruiser.

Alsbald kamen wir an den ersten kleinen romantischen Tibeterdörfern vorbei am Anstieg zum ersten großen Pass,- dem, Tong La, 5.120 Meter hoch. Diesen erreichten wir bei herrlichstem Wetter, es war einfach prachtvoll, das höchste Gebirge unserer Welt auf einer Länge von locker 7-800 Km Länge zu überschauen.

Der nächstliegende Achttausender war der Cho Yu, der ja von unserem Herbert Tichy aus Wien 1953 erstbestiegen wurde.

Nachdem wir uns alle ausgiebigst sattgeschaut hatten, fuhren wir weiter ins Hochland von Tibet, unser heutiges Ziel war der heilige See Pelkü Tso, wir hatten dorthin rund 200 Km zu überwinden.

Auf halbem Weg dorthin hatte einer unserer Landcruiserfahrer,- Kesang,- einen halsbrecherischen Shortcut gemacht und so rund 50 Kilometer abgekürzt. Die Strafe folgte für ihn scheinbar auf den Fuß, er hatte bald danach den ersten Platten, dieser war nach einer halben Stunde wieder behoben. Wir haben dann zwischendurch an einem weiteren Pass gerastet,- möglichst viel Trinken war angesagt, um dem stattfindenden Flüssigkeitsverlust bzw. der Höhenkrankheit vorzubeugen.

Mittlerweile hatte die fantastische Weite des tibetischen Hochlands von uns Besitz ergriffen. Man kommt unweigerlich ins meditieren mit sich selbst über diese kargen Weiten rund um uns, wir alle kamen uns übereinstimmend sehr schnell sehr klein vor. Alsbald ging’s weiter auf unseren tollen Bikes zu unserem ersten Adventure-Zeltcamp am Pelkü Tso, einem romantisch gelegenen See mit türkisblauen Wassern auf ca. 4.500 Metern Höhe.

In den letzten Stunden war ein steifer kalter Wind aufgekommen, unsere Versorgungsmannschaft hatte dadurch große Mühe, die rund 10 Zelte aufzubauen. Wir kampierten direkt neben einer wildromantischen Dünenlandschaft, der heftige Wind blies uns tausende feinste Sandkörner direkt ins Gesicht, es fühlte sich an wie wenn man hunderte Nadelstiche in die Visage bekommt.

Nach 2 Stunden Kampf der Elemente war es geschafft bzw. war das Camp errichtet. Ich selbst habe mich bei dieser Gelegenheit noch völlig verausgabt. Ich hatte für alle Europäer im Team als besondere Geste der Himalayan Adventures extra einen extradicken Sitz und Schlafteppich in meiner Teppichmanufaktur in Kathmandu handknüpfen lassen. In jeden dieser Teppiche hatten meine fleißigen nepalesischen Mitarbeiter rund 600 Arbeitsstunden investiert, damit wir in Tibet weich und warm in unseren Zelten liegen konnten.

Ich schleppte nun im Sandsturm Teppich um Teppich zu meinen Mitreisenden, unser Versorgungs-LKW stand ungefähr 70 Meter von den Zelten entfernt. Für mich hieß dies also pro Teppich 140 Meter zu überwinden das ganze 11 Mal!

Bis ich mit diesem Job fertig war, war ich wirklich fertig! Komplett fertig! Die dünne Luft auf über 4.500 Metern forderte ihren Tribut. Hier lernt man sehr schnell, sich wirklich möglichst langsam zu bewegen, ansonsten hat die Lunge und das Herzerl Dauerstreß. Leider wurden die Teppiche auch nicht so wirklich gewürdigt im ersten Moment, was wohl daran lag, dass meine Reisegefährten genau so kaputt wie ich waren an diesem Tag.

Erst am nächsten Tag realisierten sie unser tolles und höchst sinnvolles Geschenk, jeder hatte zusätzlich seinen Khaden (tibetischer Sitz und Schlafteppich) in seiner Lieblingsfarbe und mit seinen persönlichen Initialen bekommen. Einer meiner Grundgedanken war der,- ich wollte mit meinen Kameraden so komfortabel und authentisch ruhen, wir einstmals die Tibeter selbst auf ihren Reisen im Hochland. Genug dazu!

Am nächsten Morgen erwachten wir in Eiseskälte bei ca. -10 Grad, unsere Zelte waren eisverkrustet.

Alle, die in der Nacht mal für kleine Jungs oder Mäderl ( eins war ja dabei ) aus dem Zelt mussten, waren beeindruckt von diesem grandiosen sternenübersähten Nachthimmel.

Man empfindet das wahre Ausmaß der Schöpfung in einer anderen Dimension, die man mit Worten nicht wirklich gut beschreiben kann. Erlebnisse oder Empfindungen wie diese sind eben das besondere Privileg der Reisenden gleich uns in Tibet.

Auch sei hier noch die etwas banalere Tatsache angeführt, dass uns unsere nepalesische Küchenmannschaft von Anfang an sehr gut versorgte. An diesem Punkt der Reise angekommen, wurde das gesundheitliche Problem von Peter akut! Nach eingehender Konsultation von Robi und Michi,- unserer 2 Ärzte im Team,- fassten wir zusammen mit Peter den unangenehmen, jedoch letzlich lebensrettenden Entschluß, ihn sofort nach Nepal und weiter nach Hause zurückzuschicken.

Unser Helldriver Kesang übernahm diesen Job bis zur nepalesischen Grenze,- es hat uns auch seitens der Organisatoren heftig extra Geld gekostet, da dieses tibetische Rauhbein noch einmal zusätzlich saftig abkassiert hat.

Wieimmerauch, dies war nun Nebensache, Peter fuhr zurück an die Grenze, schon am Weg dorthin ist seine Operationsnarbe Gott sei Dank nach außen aufgebrochen, einiges Unschönes hat ihn daraufhin verlassen.

Ich fasse es jetzt kurz, Peter hat die rettende Heimat per Austrian Airlines erreicht, er musste sich dann zu Hause noch einer weiteren Operation unterziehen. Ironischerweise wurde durch den Ausfall von Peter mein eigenes Bike frei, ab diesem Punkt der Reise konnte ich meine große Vision selbst ausleben bzw. meine KTM auch mit Kinley teilen.

Für uns hieß es jetzt, weiter nach Saga zu fahren, kurz vor dieser kleinen Stadt übersetzten wir auf einer klapprigen Fähre den Tsangpo, wie der Oberlauf des späteren Brahmaputra in Tibet heißt.

Durch das Fehlen des 2. Landcruisers samt einem Teil der Mannschaft( Ersatz gab es keinen), waren wir genötigt, auf unser nächstes Camp zu verzichten und mussten vielmehr für die nächste Nacht ein Gästehaus organisieren.

Das sich anbietende Haus war uns aber letztlich zu minder, wir fanden dann ein relativ neues Hotel unter chinesischer Führung. Dieses wurde uns vom Manager als 5-Stern Hütte verkauft, allerdings gabs kein Licht im Bad und auch kein fließendes Wasser. Am Topferl hinterm Haus saß man bei Gedränge in einer 3er Reihe ohne Zwischenwände und man konnte sich so nebenbei den Witz des Tages erzählen. Echt originell!

Lediglich das Essen hier habe ich noch in halbwegs guter Errinnerung. Am nächsten Morgen zweigten wir ab in Richtung Westtibet, unser nächstes Ziel war Paryang, eine kleinere tibetische Ansiedlung in der Weite des westtibetischen Hochlands.

Am Weg dorthin kam es auch zu einem leicht fatalen Missverständnis, wir waren bereits rund 260 Kilometer auf rumpeliger Schotterpiste unterwegs, als unser bayrischer "Depp“ auf meine Anfrage hin,- wie weit es denn noch sei,- behauptete,- es seien noch rund 80 Km. Nachdem Joe, unser ortskundiger Guide schon davongebraust war, nahm ich diese Aussage leider als bare Münze.

Kurz danach riß unser Bikerfeld ab, Michi war an vorletzter Stelle, ich fuhr als Lumpensammler auf der letzten Position. Ein Sandsturm kam auf und verwischte alsbald die Spuren unserer Vordermänner. Nach rund 40 Kilometern kamen Michi und ich an ein Dorf,- Schilder gabs keine, Motorrad-Spuren auch nicht, wir lugten von 3 Seiten in dieses Dorf hinein, kein "Schwein“ war zu sehen.

"Sie müssen wohl weitergefahren sein“,- blieb uns als einzige Annahme. Also weiter der Hauptstrecke nach und jetzt kam es wirklich dick für uns 2 ! Wir benötigten im Sandsturm für die nächsten 30 Kilometer rund 3 Stunden!!!, wobei wir bei der nunmehr teilweise versandeten Strecke bzw. Piste die ersten Bodenberührungen hinnehmen mussten. Einmal kam uns auch ein chinesisches Polizeiauto entgegen, die Herren sprachen aber kein einziges Wort Englisch und verstanden auch sonst nur "Bahnhof“!

Kurz danach wurden wir aus unserer prekären Situation erlöst, Joe kam uns auf der schnellen 950er Adventure nachgebraust, er hatte es geschnallt, dass wir weitergefahren sind, eben leider an Paryang wider besseren Wissens vorbei, wo sich die Gruppe in einem größeren Innenhof eines Gästehauses unseren Blicken entzogen hatte.

Wir wissen alle als Biker, dass der Letzte in der Gruppe auf uns beim Dorfeingang hätte warten müssen, leider wars damals anders, wobei Michi und ich mittlerweile nicht mehr an der diesbezüglichen Wahrheit interessiert sind.

Am Rückweg durch die versandeten Strecken nach Paryang,- hinter dem Joe herjagend, wurde mir sein Speed zum Verhängnis, ich ging 2 mal zu Boden, meine Schutzbekleidund hat schlimmeres verhindert. Wie es Michi hinter mir grad ging,- keine Ahnung,- wahrscheinlich etwas besser, er hatte mehr Offraod Erfahrung als ich mitgebracht.

Zurück bei der Gruppe war ich so kaputt, dass ich keine Energie mehr darauf verwenden konnte, demjenigen, der durch seine Sprüche äOhne Hirn is leicht maschiern“ und durch seine falsche Info unsere Odysee ausgelöst hatte.

Aber was solls, wir sind ja mit den Himalayan Adventures unterwegs, indem ich selbst diese Firma mit Kinley im Königreich Bhutan gegründet habe, darf ich mich nun bei so kleineren Adventures auch nicht beschweren.

Der Joe hat,- abschließend zu dieser Causa gesagt,- die Schuld für diesen Vorfall auf sich genommen und somit war der Fall abgehakt. In Paryang haben wir dann noch einen sehr schönen Sonnenuntergang erlebt, auch eine improvisierte Karaokebar wurde von einigen von uns noch aufgesucht. Meiner einer lag natürlich schon halbtot im Bett. Rien ne va plus.

Am nächsten Tag gings an die letzte 300 Kilometer-Etappe zum heiligen Berg Mount Kailash, am Weg dorthin sahen wir ein Paar Schwarzhalskraniche am Wegesrand stehen. Diese 2 Meter hohen Vögel sind heilige Tiere in Tibet und auch Bhutan, sie werden dort als aufgestiegene Wesen angesehen, die unsere Erde im Zyklus ihrer Reinkarnationen mitlerweile aus einer anderen Perspektive betrachten, eben vom Himmel aus. Auch eine Gruppe von verwegenen Radfahrern sind wir begegnet, wir waren life dabei, wie es einen von denen voll aufgesteckt hat. Er hatte einen kurzen Moment nicht aufgepasst und patsch, schon lag er da im Schotterhaufen.

Ich dachte mir, kann ja kein Zufall sein, jeder kriegt ja immer das, was er auch verdient.( Tibetische Weisheit = nicht von mir! )

Auffallend und für uns sehr beeindruckend waren die höchsten Sanddünen der Welt, denen wir an diesem Tag begegnet sind, so nebenbei sind wir laufend über mehrere 5.000er Pässe gefahren, man hört dann irgendwann auf damit, diese zu zählen.

Unsere KTMs liefen übrigens prächtig, durch die Herausnahme des Ansaugstutzen unter der Sitzbank und durch zusätzliche Herausnahme des seitlichen Luftfilters saugten die Bikes genug Luft an und liefen einwandfrei. Der Zusatzaufwand, der sich dadurch ergab, bestand nur darin, dass jeden 2. Tag die Reinigung des Hauptluftfilter notwendig wurde.

Ich nehms vorweg, der gesamte technische Ausfall reduzierte sich auf 3 Plattfüße, einmal wars der Robi, einmal der Franzi und zuletzt hats den Kinley erwischt. Durch die 2 mitgenommenen kompletten Rädergarnituren im 1. nachfolgenden Landcruiser war das jeweilige Problem in nur 5 Minuten behoben. Bei einer Gesamtfahrstrecke von 2.500 Km ist das gleich gar nichts.

Wir fuhren heute also weiter paralell zum Himalaya Hauptkamm, der sich linksseitig an unserer Strecke hinzog. Insgesamt ergab die Summe der pittoresken Eindrücke am Weg einen unvergesslichen bleibenden Wert, von dem ich selbst noch heute zehre.

Am späteren Nachmittag erreichten wir die kleine Ortschaft Darchen am fuße des heiligen Berges Kailas liegend, der den Mittelpunkt der Welt für alle 500 Millionen Buddhisten als auch der rund 800 Millionen Hindus darstellt. In jeder Himmelsrichtung dieses Berges entspringt einer der größten und wichtigsten Flüsse Asiens, es sind dies der Tsangpo bzw. Brahmaputra, der Karnali, der Indus und der Sutlej.

Unsere Gruppe geht mit wenigen Ausnahmen,- Joe, Renate, Robi und ich bleiben beisammen,- auf den spirituell höchststehenden Pilgerweg Tibets, - auf die Kora, 52 Km rund um den heiligen Berg.

Dabei muss als höchster Punkt der 5.700 m hohe Dölma La (Passhöhe) überwunden werden, sprichwörtlichst büßt man alle seine Sünden ab auf diesem höchsten Pilgerweg unserer Welt, auf dem die Luft dünner ist als sonst wo auf einem Büßerweg.

Wir vier haben zusammen am Tarboche, dem großen Flaggenmast am Fuße des Kailash für alle unsere Freunde, Bekannten und Kunden, einen extralangen Strang von geweihten Gebetsfahnen aufgehängt, zuvor wir den Fahnenmast einmal in der Uhrzeigerrichtung umrundet hatten. Dieser Ort ist der heiligste Platz in ganz Tibet für so ein Unterfangen. Der Wind trägt dann die auf den Gebetsfahnen aufgedruckten Gebete und Mantras über das Land und verrichtet so das Gebet für denjenigen, der die Gebetsfahnen angebracht hat.

Wir haben am Tarboche,- dem großen Flaggenmast,- die angenehme Stimmung genossen, 2 anwesende Tibeter wurden von Robi mit 2 echt scharfen Sonnenbrillen aus der Heimat beschenkt, aus dieser Aktion ergab sich ein schönes als auch skuriles Werbefoto für Grazer Freunde von Robi.

Wir vier konnten uns 3 Tage ausrasten, Robi und ich hatten ein kleineres Magenproblem zu kurieren. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit sind die diversen tibetischen Schmuckhändlerinnen über uns hergefallen, ich hab noch heute das lustige "luki luki“ vom Robi im Ohr.

Einmal habe ich eine sehr aufdringliche tibetische Lady am Hosenboden geschnappt und aus unserem Zimmer hinausbugsiert, um ihrer Aufdringlichkeit Einhalt zu gebieten. Jedenfalls waren diese Tibeterinnen sehr schön aufgeschmückt, es war zumeist wirklich lustig mit ihnen.

Auch haben sich für mich noch einige schöne Fotos mit stolzen Tibetern auf ihren schön geschmückten Pferden ergeben. Ich selbst habe im Zuge meiner bis heute 39 Asienreisen in den Himalaya rund 180 alte Tibeterteppiche gesammelt und werde demnächst meine nagelneue Tibet-Art-Collection präsentieren. Dies soll zum Erhalt des tibetischen textilen Weltkultur-Erbes beitragen, die Tibeterteppiche waren die letzte Teppichart dieser Welt, die erst Mitte des vorigen Jahrhunderts entdeckt wurden.

Mittlerweile waren unsere Gefährten samt Mannschaft zurück von der Kora, glücklich und zufrieden, diesen schweren Weg geschafft zu haben. Es haben sich einige spezielle Ereignisse auf deren Weg zugetragen, jedoch möchte ich hier nicht alle Details verraten.

Mit auf der Kora war eine kleine Yakherde, die die gesamte Ausrüstung mitschleppen musste. Unser Michi hat sich mit einem Yak besonders gut angefreundet wie wir anderen erfuhren, acu von einer kurzfristigen Cooperation wurde uns berichtet.

Dank unserer Freunde bekammen wir einige tolle Fotos von dieser Runde um den Kailash, im Geiste konnten wir so ihre Kora noch nachempfinden. Im Anschluss daran fuhren wir weiter zum nahen heiligen See Manasarova, den wir schon aus Reisebeschreibungen unseres Herbert Tichys,- des Erstbesteigers des Cho Yu bzw. von Heinrich Harrer und Peter Aufschnaiter kennen.

Herbert Tichy beschrieb schon damals diese Gegend als eine der schönsten Berg-Seen-Landschaft unserer Erde. Wir konnten ihm an diesem Tage nur beipflichten nach unserer Ankunft dort, es fiel uns eher schwer, uns von diesem Teil Tibets sattzusehen. Auch war das schönste Wetter, das man sich nur vorstellen kann, unser fast permanenter Wegbegleiter, wodurch diese Motorrad-pilottour auf unseren KTMs einen schier unglaublich positiven Nymbus bekam.

Nach einem Rasttag am Manasarovarsee mit Besuch der nahen heißen Quellen,- natürlich haben wir genussreich ein Bad genommen, und des kleinen Klosters in nächster Nähe, hieß es dann langsam Richtung Mt. Everest aufzubrechen.

Ein paar von uns haben noch vor Abreise die nahen Hügel per Bike erobert und dabei eine große Herde Wildantilopen aufgescheucht. Aufgrund unseres großen Respekts von diesem großartigen Anblick der Schöpfung haben wir natürlich davon abgesehen, österr. Technik mit asiatischer natürlicher Schnelligkeit und Grazie zu messen.

Auch der Blick von dort auf die nahe Gurla Mandata, 7.700 m hoch, war einfach atemberaubend. Eine Bergsteigermannschaft war zur selben Zeit mit uns am Gestade des heiligen Sees, diese Truppe hat anschließend die Drittbesteigung des Gipfels versucht. Wir haben uns mit dem traditionellen Tashi Delek verabschiedet – Glück und Segen. Als letztes kleines Highlight sei noch die erste KTM-Torte anzuführen, die von unserer aufopfernden Küchencrew gezaubert wurde, somit war die letzte Tea (Coffee) Time perfekt inszeniert.

Doch nun ging’s weiter Richtung Zentraltibet, unsere fahrerischen Fähigkeiten wurden nochmals auf eine harte Probe gestellt, viele versandete Streckenabschnitte wollten gemeistert werden, was nur stehend am Motorrad (zwecks ausreichender Balance und tiefstmöglichem Schwerpunkt) mit ausreichend Geschwindigkeit (min. 50 km/h ) möglich war.

Um wie immer auch hier bei der Wahrheit zu bleiben, fast alle von uns haben teilweise mehrmals Bodenkontakt gehabt, unsere professionelle Schutzbekleidung hat gröbere Blessuren verhindert bzw. die Stürze im tiefen Sand glichen eher diversen Tiefschneelandungen. Auch unsere KTMs haben dies bis auf kleinere Abschürfungen gut überstanden.

Höchst eindrucksvoll haben wir alle die höchsten Sanddünen der Welt erlebt, die sich u.a. auf der Strecke von Darchen nach Paryang befinden und immer wieder völlig unvermittelt zwischen dem Weideland der tibetischen Nomaden aufragen. Im Hintergrund steht die majestätische Himalaya-Hauptkette und gibt diesem prachtvollen Naturambiente einen unverwechselbaren Anstrich.

Zwischendurch sei angemerkt, dass wir auf dieser Biketour zu 95% auf Pisten unterschiedlichster Zustände unterwegs waren, echtes Offroadfahren war angesagt oder andersrum im Bikerjargon gesagt,- dies war keine Tour für Weicheier. Es ist schier unglaublich, wie sehr wir uns wieder am ersten Grün in der Natur erfreuten, nach vielen Tagen und unendlicher Weite in allen Brauntönen. Die ersten grünen Baumgruppen waren mit Steinmauern zum eigenen Schutze umgeben.

Am weiteren Weg zum Everest haben wir einige tibetische Orte berührt, in denen der tibetische Geist noch heute lebt, wunderschöne als auch gemütliche tibetische Gästehäuser verzauberten uns immer wieder aufs Neue, wir haben Gott sei Dank nur sehr wenig von der vorhandenen chinesischen Präsenz bemerkt.

Abgesehen von einigen Checkpoints am Weg und vereinzelter neuer Hotels unter chin. Führung (was heißt, keine Möglichkeit einer vernünftigen Verständigung zu haben, kein Englisch hilft weiter) gab’s für uns fast nur Kontakt mit vielen gastfreundlichen Tibetern, die auch immer ein paar Brocken Englisch draufhaben.

Auch in unserer Begleitmannschaft gab’s neben der nepalesischen Küchencrew nur tibetische Fahrer, Kesang, Lothal und Pemba (2 Landcruiser und ein Truck), natürlich auch einen tibetischen Guide namens Sony. Wir berührten die Orte Lhatse und Shegar, auch ein Besuch in Sakya,- hier war die Macht in Tibet vor rund 1.000 Jahren,- war ein eindrucksvolles Erlebnis.

Das hier erhalten gebliebene Südkloster ist auch heute noch die größte erhaltene Versammlungshalle in Tibet, die beim Gebet einst tausende buddhistische Mönche unter einem Dach vereinte. Wir haben hier mit rund 50 Mönchen einem Morgengebet beigewohnt und fühlten uns in dieser sakralen Atmosphäre um Jahrhunderte zurückversetzt.

Die Nacht in Sakya haben wir im nahen und zugleich nagelneuen 20 Tage jungen Sakyahotel verbracht,- welch ein Genuss kann doch eine heiße Dusche darstellen nach einem Biker-Hochlandritt, der seinesgleichen sucht! Durch einen abendlichen Regenschauer, der zuletzt in Schneefall überging, kamen wir am nächsten Morgen auf der nächsten Passhöhe in den außerordentlichen Genuss, den Gyatsola Pass auf 5.220 m Höhe in prächtigstem Weiß zu erleben.

Wir vergaßen eine halbe Stunde lang wiedereinmal jede Etikette, haben alle zusammen einen Schneemann gebaut und uns zuletzt noch eine herzerfrischende Schneeballschlacht geliefert. Angeblich haben wir dort oben 2 Mann von der Küchenmannschaft vergessen, die sich heute noch da oben matchen.

Nun gings weiter Richtung Everest, im gleichnamigen Nationalparkgebiet waren wir bereits seit der letzten Passhöhe. Wir fuhren nun eine großartige aber leider auch mautpflichtige Passstraße hinauf und hinunter, traumhafte Panoramen verzückten unsere Gemüt.

Alles hat jedoch leider auch immer seinen Preis auch im Tibet, wir haben satte 400 Euros, das sind ca. 3.600 Yuan hingeblättert, um hier fahren zu dürfen.

Zuletzt hat einer unserer 2 Landcruiserchauffeure einen so genannten bzw. wirklich abenteuerlichen Short-Cut gemacht, Kesang ist teilweise einfach Fall-Linie den Berg hinuntergestochen! Uns ist echt die Spuke an Bord weggeblieben über dieses waghalsige Manöver, was zur Folge hatte, dass wir fünf im Jeep die ganze Motorradtruppe ausgenommen Joe glattweg überrundet bzw. ausgebremst hatten.

Joe war,- ortskundig wie er halt ist,- unserem Kamikazefahrer mit seiner 950er Adventure durch schwierigstes Gelände gefolgt. Man möchte oft gar nicht glauben, wo man mit so einer 950er-KTM überall hinfahren kann, jedenfalls verdient dieses tolle Bike sein Attribut "Enduro“ wirklich zu recht!

Nach einer kurzen Mittagsrast in einem weiteren tibetischen Gästehaus,- unsere Küchenmannschaft hatte uns untertags jeweils mit Lunchpaketen versorgt,- gings auf die letzten rund 30 Km zum höchsten Berg der Welt und siehe da, wir durften den Mt. Everest bei schönstem Wetter begrüßen!

Dies war ein weiterer großer Höhepunkt unserer Abenteuerreise,- abermals großes Glück für uns, denn in den letzten 3 Tagen war dieser Traumberg permanent in Wolken gewesen. Man darf mittlerweile nur mehr bis zum Kloster Rongbuk auf 5.200 m Höhe fahren, ab hier kann jeder der möchte mit kleinen einspännigen Pferdekutschen die letzten 7 Kilometer zum Basecamp überwinden. Das Kloster Rongbuk ist übrigens das höchstgelegene Kloster in Tibet und wurde mit österreichischer Hilfe wieder aufgebaut. Es ist heute ein Nonnenkloster.

Die meisten von uns haben diese Kutschenfahrt auch noch gemacht, wobei unser Robi hier den Bock abgeschossen hat. Er hat sich ein bisserl zu schnell sprichwörtlichst in so eine kleine Filigrankutsche heineingeschmissen, das Gefährt war noch nicht mit dem einen PS verbunden und schon saß der Robi im Keller und die Deichsel stieß in den Himmel. War echt lustig anzuschaun! Fast schon kitschig schön sahen wir äIhn“,- den Quomolungma bei Sonnenuntergang, die obere Steinpyramide des Everest war in glutrotes Licht getaucht. What a feeling!

Von diesem nordseitigen Basecamp versuchen es jährlich rund 50 Bergsteiger auf den Gipfel, wesentlich mehr gehen den Berg vom südseitigen Basecamp in Nepal her an.

Unsere Küchencrew hatte sich wieder einmal selbst übertroffen, eine 2. Torte mit Spritzguß Himalayan Adventures war das Ergebnis, das sofort als Desert nach dem Abendessen verputzt wurde.

Wir haben im nahen Gästehaus spartanisch einfach genächtigt, haben am nächsten Morgen einmal mehr den tollen Blick auf den Berg im aufgehenden Licht genossen bevor es Abschied nehmen hieß.

Natürlich haben wir die obligaten Gruppenfotos gemacht, samt unserem Tross waren es insgesamt beachtliche 22 Personen, die zur gesamten Mannschaft zählten.

Unser großes Gruppenfoto wird mit Sicherheit als großer Glanzpunkt u.a. in die Firmengeschichte der Himalayan Adventures eingehen. Weiter über Almen und fast schon vergessene Straßen fuhren wir nach Old Tingri, von hier noch weiter bis Nyalam, wo wir unsere letzte Nächtigung im Tibet hatten. Am Weg dorthin kamen wir an der heiligen Quelle des Milarepa, eines großen tibetischen Dichters,- vorbei. Wir stillten unseren Durst mit diesem klaren kalten Wasser.

Am Abend in Nyalam gab bei dieser Gelegenheit großes ein Dankeschön für unsere Küchencrew aus Nepal, wir verschenkten einen Teil unserer hochwertigen Ausrüstung an die 5 Jungs, die unsere Geschenke in großer Dankbarkeit annahmen. Ich frage bei dieser Gelegenheit einen der 5,-Tshering,- ob er nicht nächstes Jahr zu mir nach Österreich kommen möchte, um mir in meiner Himbeerplantage zu helfen,- er sagte: "Sorry, i allready go to the Tszech Republic!“ Woraufhin ich selbst auf diese antwort hin eher blöd dreingeschaut haben soll.

Hier gabs dann zum Abschluss einen Discobesuch mit tibetischer Performance. Dann blieb uns am nächsten Tag noch das nerven und zeitraubende Theater bei der Ausreise aus Tibet(China) nicht erspart.

Ein fürchterliches Verkehrschaos wartete auf uns in Zangmu,- man stelle sich eine normale Dorfstraße vor, natürlich mit Gegenverkehr, auf der jedoch eine der 2 Fahrspuren auf einer Länge von rund 1,5 Km im Zuge unzähliger Kehren und Kurven komplett verparkt ist. Zangmu ist relativ mutig den Berg hinauf gebaut worden. Hier muss sich nun trotzdem der gesamte Grenzverkehr auf Gegenverkehrsbasis durchwursteln!

Ich habe daraufhin als einer der Organisatoren unserer Reise irgendwann auf eigene Faust begonnen, in möglichst autoritärer Manier die verschiedensten Jeeps und Lkws irgendwohin zu schlichten, damit unser Konvoi endlich zur Grenzstelle nachrücken konnte.

Das selbe Spiel dann nochmals nach der tibetischen Grenzabfertigung, ich bin zu Fuß einen knappen Kilometer vorausgegangen und habe alle entgegenkommenden 2 spurigen Fahrzeuge energisch an die linke Straßenseite geschlichtet, wodurch wir uns eine weitere Stunde im Verkehrsinfarkt erspart haben.

Ohne diese Aktion wären unzählige weitere Fahrzeuge mitten ins aktuelle Verkehrschaos hineingebrettert und es wäre voraussichtlich viele Stunden lang gar nichts mehr gegangen. Ein ähnliches Prozedere gabs dann am Nepalzoll bei Einreise, es bedurfte einer ca. 4 stündigen Verhandlung seitens unserer Guides Kinley und Palden, bis wir das Korruptionsproblem mit den nepalesischen äRepräsentanten“ halbwegs im Griff hatten.

Wir haben in der Zwischenzeit das allererste sauteure Obst genossen seit vielen Tagen, Lychees, Mangos, Mandarinen und Bananen waren angesagt und stellten für alle einen echten Genuß dar.

Also endlich weiter auf die letzten 120 Km nach Kathmandu zurück in unsere 5-Stern Hoteloase des Dwarika’s. Welch ein himmelhoher Unterschied zum kargen Hochland von Tibet!

Die Besitzer dieses tollen Museumshotels haben es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, alte und antike Holzschnitzereien zu restaurieren um sie dann in der Hotelanlage einzubauen.

Man findet Exponate bis zurück ins 13. Jhdt.

In den letzten 3 Tagen in Nepals Hauptstadt ist der eine und andere von uns noch in diverse Kaufräusche gefallen, alles mögliche wurde zusammengehamstert, zu guter letzt kam es noch zu einer Gruppensammelbestellung für verschiedene Tonfiguren, ein ganzer Container voll mit tönernen Elefanten, Schneelöwen, Rhinos und Pferden samt anderen diversen dekorativen Tonarbeiten wird Österreich in ca. 2 Monaten erreichen und dann werden bei uns viele Gärten und Terrassen herausgeputzt werden.

Als besonderen Event haben wir alle noch die Rum-Doodle-Bar im Touristenbezirk von Kathmandu,- Thamel,- besucht und dort unser Abendessen genossen.

In diesem uralten Kult-Lokal u.a. der letzten Bergsteigergeneration darf jeder, der etwas besonderes im Himalaya geleistet hat, dieselbe Großtat verewigen. Unser Yeti-Footprint hängt jetzt dort und wird nachfolgenden Generationen von unserer Motorrad-Großtat erzählen.

Alle Erfolgreichen Bergsteiger, die einen 8.000er bezwungen haben, essen und trinken hier kostenlos auf Lebenszeit. Unser Franzi hat dann noch ein lang gegebenes Versprechen eingelöst und uns allen gezeigt, wie er ein Glas Bier vom Sessel hebt und trinkt, ohne dabei die Hände zu verwenden. Er hat wirklich eine tolle Show geboten und realisiert! Bravo!

Als ganz besonderen Event konnten wir in Kathmandu noch ein Schulfest des österr. Projekts ä1. Österreichdorf für Nepal“ erleben, dort gehen mittlerweile 80 Kinder in eine Schule, die ich samt einigen Mitstreitern aus Österreich gegründet habe.

Es haben sich einige sehr warme menschliche Handlungen zugetragen, alle Mitreisenden haben spontan eine Patenschaft für ein sehr armes Kind übernommen, das sie bei dieser Gelegenheit kennen lernen konnten.

Einer unserer Grazer Teilnehmer,Robi,- er ist Gynäkologe in Graz, hat sich dann ohne zu zaudern zweier kleiner Jungs angenommen, deren Vater Aids im letzten Stadium hatte, die Mutter war in ihrer Verzweiflung bereits davongelaufen, lediglich der Großvater hielt der Situation noch stand. Dank dieses neuen Patenvaters nebst aller anderen neuen Pateneltern können u.a. diese 2 Jungs nun bei uns in die Schule gehen und einer positiven Zukunft entgegensehen.

Leider hat uns dann zuletzt noch unsere AUA einen dicken "Hund“ eingebaut, wider Erwartens haben die Herrschaften in Wien einfach den letzten Direkt-Rückflug gestrichen, wodurch wir genötigt wurden, zuerst 2 Stunden verspätet nach Delhi zu fliegen, dort 6 Stunden im Transit zu verbraten um schließlich nach einem katastrophalen Check- In seitens der Air India endlich in unserem Flieger nach Wien Platz nehmen zu dürfen.

Lediglich Antonella, Marienella, Rosana und Francesca aus Rom und Mailand haben uns das Warten versüßt, die 4 waren hin und weg, als sie von unserer realisierten KTM-Tibet-Tour hörten, es dürfte sich um eine reine Zeitfrage handeln, bis auch die 4 knackigen Mädels aus Bella Italia mit mir und unseren Himalayan Adventures auf Reisen gehen werden. Somit hat unsere umständliche Heimreise auch noch einen schönen und angenehmen Aspekt bekommen.

Im Sinne von "Friends forever“ haben wir 10 uns dann voneinander getrennt, schon bald gibt’s ein Wiedersehen mit Allen auf unserer Reise-Nachbesprechung, die Top Fotos aus rund 5.000 wollen gesichtet und ausgetauscht werden, auch ein Video erwartet uns demnächst.

Anfang September war es dann auch soweit, unser Urbayer Franzi hat eine fulminante Abschlußparty in Traunstein geschmissen, bei der dann Joe eine eigens für uns erstellte Beamershow unter freiem Sternenhimmel präsentiert hat. Es waren rund 80 Freunde des Faranzi und seiner Alex anwesend,- kurzum, es war eine Riesengaudi und ein krönender Abschluß unserer Motorradexpedition.

Die Himalayan-Adventures mit der gleichnamigen Homepage.com veranstalten ab sofort Motorrad-Abenteuerreisen im Himalaya der Sonderklasse, der Sitz dieses Veranstalters ist in Thimphu, der Hauptstadt des Bhutans.

Hier residiert Kinley Tshering, der relativ junge Big Boss, Kinley war natürlich auch in Tibet mit dabei und wird die künftigen Bikergruppe betreuen und führen. Sein junges aber sehr motiviertes Team organisiert auch weiters Fahrrad-, Trekking-, Kultur-, Meditations-, Bogensport,-und Fotoreisen mit Schwerpunkt im Königreich Bhutan, aber auch in Tibet, Nepal, Sikkim und Ladakh.

Kinley selbst ist mit den Wünschen und Anforderungen unserer europäischen Klientel bestens vertraut, er war vor 3 Jahren in einem 1-jährigen Tourismuslehrgang in der Hotelfachschule Klessheim bei Salzburg. Einige von uns freuen sich schon wieder auf die nächste Biketour, ich selbst begleite eine Gruppe im November ins traumhaft schöne Königreich Bhutan, dieselbe ist schon wieder fast voll.

Für 2006, 2007 und 2008 planen wir nun Touren nach Tibet, in die Mongolei und nach Ladakh (Klein-Tibet) sowie nach Kaschmir.

English version
( <<-- ein Kapitel zurück )
Reiseberichte

( <-- eine Seite zurück )
Tibet,- ein Lebenstraum ist geplatzt

hervorgerufen durch die Höhenkrankheit (tagelanges Erbrechen) und durch eine eitrige Entzündung im Bauch.( Inhaltsverzeichnis )
Reiseberichte

( nächste Seite --> )
1. Patenelternreise nach Kathmandu/Nepal

Im Jänner 2004 waren Frau Mag. Christiane DePiero und Herr Fritz Wollner in Nepal und haben auf ihrer kulturellen Reise auch ihr Patenkind in Kathmandu besucht.( nächstes Kapitel -->> )
2005 Erste Buthan Motorrad Onroad - Offroad Tour

Im September 2005 startete Siegi Mayer mit Kinley Tshering die erste Onroad-Offroadtour im Königreich Bhutan, der Club Friends forever wurde im Zuge dieser Enduroreise um weitere 5 Herren erweitert
 Himalayan Adventures 
 Motorradreisen 
 Fahrradreisen 
 Bogensportreisen 
 Trekkingreisen 
 Kulturreisen 
 Gesundheitsreisen 
 Individualreisen 
 Reiseinformationen 
 Reiseanmeldung 
 Reiseberichte 
 Reisereferenzen 
 Beherbergung 
 2002  3  4  5  6  7  8 
 Friends forever 
 Helden der Brücke 
 Organisation 
 Unsere Partner 
 Presse 
 Kontakt 
 Reiseberichte 2004 
 Julia und Markus Walter 
 Peter Altenburger 
 Siegfried Mayer 
 Mag. Christiane De Piero