1. Patenelternreise nach Kathmandu/Nepal

1. Patenelternreise nach Kathmandu/Nepal
Im Jänner 2004 waren Frau Mag. Christiane DePiero und Herr Fritz Wollner in Nepal und haben auf ihrer kulturellen Reise auch ihr Patenkind in Kathmandu besucht.

Im Jänner 2004 waren Frau Mag. Christiane DePiero und Herr Fritz Wollner in Nepal und haben auf ihrer kulturellen Reise auch ihr Patenkind in Kathmandu besucht.

Werden wir uns verständigen können? - Und auch: was bringen wir ihm mit? Die letzte Frage war bald gelöst: Stifte und Papier, einen Spitzer und Radiergummi, Süßigkeiten, ein Stofftier – Dinge, die in Nepal in guter Qualität nicht (oder überhaupt) nahezu unerschwinglich sind.



Wir flogen am Donnerstag, 22. Jänner, mit einem Airbus von Wien nach Katmandu – Tribhuvan-Airport. Dort wurden wir vom Präsident der NGO, Palden Lama, sehr traditionell empfangen.

Mit einem uralten Mercedes bringt er uns ins Hotel, das Dwarika’s, nur ca. 8 Autominuten vom Flughafen entfernt. Unsere ersten Eindrücke von Kathmandu: finstere Nacht, kaum Lichter in der Stadt, auf den Strassen wenig los, viele Hunde, einige Kühe – wir sind gespannt, wie wir die Stadt bei Tageslicht erleben werden. Das Hotel: toll, sehr netter Empfang ("You know Siegi?“) und schönes, riesiges Zimmer, alte geschnitzte Möbel, viele nette Kleinigkeiten, die den Raum sehr gemütlich machen.

Wir stoßen mit einem local Gin & Tonic auf den Beginn unserer Reise an! Das Beste bei den doch kühlen Temperaturen: Wärmflaschen im Bett!

Am nächsten Vormittag holt uns Palden Lama ab, im strömenden Regen (laut Reiseführer gibt es im Jänner durchschnittlich einen Regentag – wir dachten also, der sei erledigt!) fahren wir Richtung Norden, zur Schule des Himalayan Welfare Service Center of Helpless Children.

Dort erwartet uns eine Überraschung: es findet eine Schulfeier statt - der 2nd Anniversary Day!

Die Begrüßung ist herzlich: In der ersten Reihe steht Pema, mit Blumenketten für uns, dahinter die kleinen Mädchen und Eltern.

Wir erhalten eine Agenda für die Feier, auf der überraschend als Punkt 18 auch "Speech of the Sponsor Parent Mrs. Christiane de Piero“ aufscheint!

Noch sind die Bräuche und Riten ungewohnt – und für mich als Linkshänder ist es nicht so einfach, die rechte, die "schöne“ Hand für die Ausführungen zu verwenden. Die Kinder sind mit großer Begeisterung bei ihren Darbietungen: Tänze in traditioneller Kleidung, Gedichte, - dazu Reden von Chairman, Direktor, Präsident und Treasurer.

Danach machen wir die erste Erfahrung mit nepalesischem Essen – skeptisch, ob wir es vertragen werden – Momos, Reisbällchen und heißer Tee mit Milch – schmeckt köstlich!

Danach die ersten Eindrücke der buddhistischen Kultur: die Stupa von Bodnath, das größte Heiligtum der Buddhisten in Nepal. Trotz Regens ein beeindruckender Anblick. Tausende von Gebetsfahnen wehen im Wind, das Mantra "Oh mani padme hum“ ("O du Juwel in der Lotusblüte“) tönt beruhigend aus allen Richtungen. Der Ort strahlt Ruhe und Fröhlichkeit aus!

Dann das Kontrastprogramm: Das größte hinduistische Heiligtum Pashupatinath, am Ufer des Bagmati gelegen. Es besteht nicht nur aus unzähligen Tempeln, von Affen und Sadhus bevölkert, sondern ist auch die Verbrennungsstätte der Hindus. Im Regen wirkt dieser Ort sehr gespenstisch, von den Ghats steigt noch Rauch auf, es sind kaum Touristen hier.

Für den nächsten Morgen ist unser Mountain Flight geplant – mit der Buddha Air vom Local Airport zum Himalaja. Wir sind um 6 Uhr früh am Flughafen und ....warten.

Schließlich können wir starten, müssen aber nach einer halben Stunde Flug umkehren, da die Wolkendecke immer dichter wird.

Unser Ticket wird auf den folgenden Tag umgeschrieben und wir hoffen, dass die Wettergötter dann gnädiger sind. Palden entschädigt uns für das Warten mit einem Tee in seinem Lokal "The Green Valley“, das an der Hauptstrasse von Katmandu nach Lalitpur liegt. Danach fahren wir nach Swayambunath, einer großen Stupa und Tempel auf einem Hügel im Westen der Stadt. Wieder wimmelt es hier vor Affen. Wie vorgeschrieben umrunden wir den Stupa im Uhrzeigersinn und drehen an allen (!) 108 Gebetsmühlen.

Den Durbar Square von Kathmandu, wohin wir anschließend fahren, erleben wir nur im Regen.

Unter dem Dach eines Tempels warten wir auf ein Ende des Regens – als sich nichts ändert, besichtigen wir zuerst Kumali Bahal, das Kloster der Jungfrau, und Hanuman Dhoka Durbar mit dem Museum der drei Könige Tribhuvan, Mahendra und Birendra. Zum Abschluss des Tages bringt uns Palden nach Thamel, wo wir sehr viel Zeit in "Pilgrim’s Bookshop“ verbringen – eine Fundgrube für Bücherliebhaber. Außerdem findet man hier so ziemlich jedes Buch, das jemals über Nepal, Tibet oder den Himalaja gedruckt worden ist. Am nächsten Tag heißt es wieder früh aufstehen und zum Flugfahren – zweiter Versuch für den Mountain Flight.

Wir warten drei Stunden, - um dann zu erfahren, dass der Flug gecancelled wird und wir an einen der folgenden Tagen wiederkommen sollen. Macht nichts – wir regen (!) uns inzwischen nicht mehr darüber auf, sondern nehmen es hin.....und fahren wieder in die Schule.

In der Pause sehen wir den Kindern beim Spielen zu, sie hingegen sind fasziniert von unseren Kameras. Pema nehmen wir dann mit und fahren mit ihm in den Zoo. Anfangs ist er etwas scheu und hält sich an Palden, aber mit der Zeit geht er dann mit mir an der Hand und staunt über die Tiere. Wir essen wieder bei Palden und seiner Frau und fahren dann mit ihm nach Nagarkot, ca. 30 km östlich von Kathmandu, auf 1.300 m Seehöhe. Wir kommen gerade rechtzeitig an, um die letzten Sonnenstrahlen über den Bergen zu bewundern, danach wird es kalt.

Im Hotelzimmer wird es trotz Gasheizung auch nicht wärmer. Tagwache ist am nächsten Tag um 6.30 Uhr (Und das soll Urlaub sein??? )

Aber wir werden mehr als belohnt: vom Dach des Hotels aus sehen wir die Sonne über dem Himalaja aufgehen, die ersten Strahlen beleuchten die höchsten Gipfel und nach und nach wird es heller, das Blau des Himmels verändert sich und es wird wärmer. Ein unvergesslicher Anblick!

Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang und sehen, dass sich die Wolkendecke unter uns, die das Tal von Katmandu bedeckt, sich noch immer nicht gelichtet hat.

Auf der Rückfahrt machen wir einen längeren Stopp in Bhaktapur (hinduistisch), einer der drei Königsstädte neben Patan (buddhistisch) und Kathmandu (beides). Besonders beeindruckend hier ist der Dattatreya Square, der "Platz der göttlichen Dreifaltigkeit“ (Brahma, Vishnu und Shiva). Natürlich besichtigen wir auch den höchsten Tempel Nepals, den 30m hohen Nyatapola.

Vor einem der Tempel findet gerade eine Opferzeremonie statt, zwei Ziegen werden geschlachtet - Wir erfahren, dass dieser Tag ein ganz besonderer ist: Basant Panchami, äFrühlingsbeginn“, ein speziell guter Tag für Hochzeiten (wir sehen mindestens fünf) und andere Festlichkeiten.

Schwer trennen wir uns von dieser beeindruckenden Stadt, Palden kann uns nur mit der Aussicht auf ähnlich Eindrucksvolles nach Patan locken. Dort ist der Durbar Square sehr bunt, sehr viel Menschen, wir genossen den Ausblick von der Dachterrasse des "Third World Restaurant“. Am Markt hier starten wir auch unsere ersten Einkaufsversuche – gar nicht so einfach: handeln ist Pflicht, und die Händler sind praktisch überall. Zum Abschluss des Tages wandern wir noch durch Thamel, das Einkaufsviertel Kathmandus und bestaunen die Farben, Gerüche und Geräusche.

Am nächsten Morgen ist es dann ENDLICH soweit: unser Mountain Flight findet statt!! Mit 16 Japanern im Flugzeug genießen wir den Start über die Stadt und sehen die Berge immer näher kommen, bis schließlich der Mount Everest am Horizont auftaucht! Wir sind sehr beeindruckt und wissen nun: Warten und frühes Aufstehen haben sich mehr als gelohnt!

Den Rest unserer Reise verbringen wir mit der Besichtigung von einigen Orten in und um Kathmandu, unter anderem besuchen wir noch einmal die Stupa von Bodnath bei Sonnenschein, ein ganz geniales und eindrucksvolles Erlebnis!

Den Abend unserer Abreise lassen wir mit Palden Lama an der Hotelbar ausklingen – und wir sind uns sicher: Wir kommen wieder!!
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