Tibet,- ein Lebenstraum ist geplatzthervorgerufen durch die Höhenkrankheit (tagelanges Erbrechen) und durch eine eitrige Entzündung im Bauch.
Doch nun zurück an den Anfang. Im September 2003 begab ich mich, wie schon einige Male zuvor, zu einem Diavortrag von Joe Pichler. In der Pause dieses traumhaften Vortrags sah ich dass es einen Veranstalter gibt der Motorradreisen in den Tibet organisiert. Ein paar Tage Kalkulation der Finanzen und es war klar – ich musste dabei sein. Nun begannen die umfangreichen Vorbereitungen und Recherchen für diese Reise. Nachdem ich ein halbes Jahr intensives Ausdauertraining abgespult hatte kam es zu einem letzten Treffen aller Teilnehmer vor der Abfahrt. Auf den Schotterstrassen in Sloweniens Bergen wurde getestet ob auch alle Endurotauglich sind. Zwei Tage später bekam ich Schmerzen im Bauch. Die Diagnose meines Arztes – Blinddarmentzündung. Ich hatte mich schon so gefreut auf meine sogenannte Lebensreise in den Tibet und nun sollte alles aus sein?. Um doch noch an der Reise teilnehmen zu können wurde ich in einer Nacht und Nebelaktion operiert. Also Abflug am 6. Mai von Wien nach Katmandu. Dort angekommen wurden wir im schönsten Hotel Asiens untergebracht, im Hotel Dwarika´s. Am nächsten Tag kam die Presse und wir mussten Interviews geben. Danach der Start mit den Motorrädern zum ersten Halt in den Bergen von NAGARKOT. Hier hat man den besten Ausblick auf den Himalaya. Wir standen extra um 6 Uhr früh auf um den Sonnenaufgang und den fantastischen Ausblick festzuhalten. Du siehst hier auf einen Blick vor dir 14 Berge zwischen 6000 und 8000 m Höhe. Doch leider hatten wir Morgendunst und sahen überhaupt nichts. Danach ging es weiter in Richtung Tibet. Als wir in Kodari, der Grenzstadt ankamen, hatten wir schon viel zu sehen bekommen. Der Grenzübertritt dauerte wegen der chinesischen Zöllner gute 3 Stunden. Endlich ging es richtig los, der erste Pass erwartete uns mit 4200m. Ein Stück nach der Passhöhe übernachteten wir auf ca. 3.700 m und blieben wegen der Akklimatisation 2 Tage in einem Guesthouse. Am dritten Tag die Weiterfahrt kam der erste 5.300 m Pass immer näher. Anscheinend vertrug ich die Höhe nicht und ich musste den ganzen Tag immer wieder erbrechen. Ich konnte nichts bei mir behalten und sollte doch täglich meine 6 Liter Flüssigkeit zur Blutverdünnung wegen der extremen Höhe trinken. Am Tag danach, nach Überquerung zweier weiterer 5000er, übernachteten wir dann auf 4600 m das erste Mal im Zelt. Jede Bewegung in dieser Höhe verursacht Atemnot und man muss aber den ganzen Tag mit dem Motorrad über schwierigste Strecken fahren. Am nächsten Morgen, nach einer Untersuchung meines Bauches, stellten die Ärzte einen Eiterbeutel fest und ich musste die Rückreise antreten. Das Risiko war ihnen zu groß. Es muss gesagt werden dass es in Tibet keine medizinische Versorgung gibt wie wir es gewohnt sind. So wurde ich in einer Marathonfahrt mit dem Jeep zurück an die nepalesische Grenze geschickt. Ab der Grenze sollte für mich durch einen Mittelsmann ein Auto organisiert werden dass mich nach Katmandu zurück bringt. Aber nichts da, ganz Nepal streikte und meine Rückreise wurde verzögert. Ich fand dann doch noch einen "Streikbrecher“ der mich und ein tschechisches Paar für jeweils 1500 Dollar nach Katmandu fuhr. Zwei Tage später war der Streik vorüber und ich konnte das Flugzeug besteigen und nach Wien zurückfliegen Nun als ich zu Hause auf die Waage stieg zeigte sie 8 kg weniger an, auch nicht schlecht oder? Trotz dieser Probleme kann ich diese Reise mit den Himalayan Adventures jedem endurotauglichen Motorradfahrer nur empfehlen. Es ist eine Reise in eine andere Welt und die erlebten Eindrücke werde ich zeitlebens nicht mehr vergessen. |
