Michael Mahesh Schallhart, ein großer österr. Künstler bereiste den BhutanMichael Schallhart, weithin bekannt durch seine gefühlvollen als auch ausdrucksstarken Glasbilder und Mischtechniken hat im Frühjahr das Königreich Bhutan bereist, er hat versprochen, wiederzukommen.
BHUTANREISE Februar 2003 – MICHAEL MAHESH SCHALLHART Anfang 2003 machte mein guter Freund Siegi Mayer den Vorschlag, ihn mit noch zwei Bekannten auf eine 14tägige Reise in das Himalayakönigreich Bhutan zu begleiten. Ich hatte schon Anfang der achziger Jahre eine ausgedehnte Reise in den Himalaya unternommen die meine Gedankenwelt und meinen Lebensweg entscheidend geprägt hat und so nahm ich die Gelegenheit, erneut diese einzigartige Gebirgswelt zu besuchen mit Freude wahr. Am 6.Februar war es dann soweit. Ich traf Siegi im tiefstverschneiten Obertrum und dann ging’s über Salzburg, wo wir unsere Mitreisenden Erika, die unseren Trip auf Video dokumentieren sollte und Günther trafen nach Wien und dann in einem komfortablen Direktflug nach Nepal. Aus dem winterlichen Österreich in eine frühlingshafte grüne Hügellandschaft zu Füßen der mächtigen Achttausender. Kathmandu, die Hauptstadt bietet unzählige hinduistische und buddhistische Sehenswürdigkeiten. Ich kontaktierte einen tibetischen Freund, den Künstler Tenzin Dhargay, der in Bodnath ein Maleratelier betreibt und unter seiner kundigen Führung besuchten wir zwei Tage interessante Plätze im Kathmandutal. Besonders beeindruckend ein Ausflug zu einem bedeutenden Heiligtum in den Bergen außerhalb der Stadt. Eine Grotte, in der im 8.Jh. der berühmte tibetische Meister Padmasambhava meditierte. Ein idyllischer Platz mit außergewöhnlicher Ausstrahlung. Auch hatten wir Gelegenheit mit Tenzin einige der vielen meist auf bewaldeten Hügeln im Kathmandutal gelegenen tibetischen Klöster zu besichtigen, gepflegte Oasen des Friedens inmitten einer von Menschen und Geschäftigkeit überbordenden Großstadt. Die Abende und Nächte verbrachten wir im exquisiten Dwarika Hotel, einem liebevoll renovierten Newarpalast, Siegis äfavorite place in town“ , auch eine Oase mit dem Flair des äalten Nepal“ der Mallakönige. Doch das eigentliche Ziel sollte ja das sagenumwobene Druk Yul – Land des Donnerdrachens sein - Bhutan- einzig noch existierendes Königreich tibetischer Kultur. Nach vier Tagen war es dann soweit und ein äDonnervogel“ der Druk Air (Bhutan besitzt zwei(!) Flugzeuge) brachte uns in einem atemberaubend schönen zweistündigem Flug entlang des Himalayahauptkamms nach Paro, dem einzigen Airport des Landes, gelegen in einem Hochtal inmitten von Almwiesen. Ja, und am Ende der Rollbahn endet auch das 21. Jahrhundert. Eine Reise nach Bhutan ist immer auch eine Zeitreise. – Zu Fuß durchs Mittelalter! Allerdings ein Mittelalter ohne Kriege, Pest und Hungersnot. Nein, eher eine beschauliche, zeitlose Welt der Einfachheit, Naturverbundenheit und Friedfertigkeit.(Die Jagd ist in Bhutan verboten, Kriminalität so gut wie nicht vorhanden.) Und eine Welt der Religion. Die tibetisch – buddhistische Kultur spiegelt sich in allen Bereichen des Lebens. Regiert von einem verantwortungsbewussten König Wangchuck bewahrte sich das Land eine Art ökologischer Unschuld. – Keine Industrie, kein Massenverkehr, kein Elend, keine Städte, keine Überbevölkerung – ein seltenes Privileg in unserer hektischen Welt. Also ein Land der Stille und Ruhe, von der man bereits beim Verlassen des Flughafens, der im Stil der Dzongs (traditionelle Burgen und Klöster) erbaut ist umfangen wird. Siegis Freund und Partner der Himalayan Adventures , Kinley , ein äußerst symphatischer und gebildeter junger Bhutanese erwartete uns bereits und mit dem Jeep ging’s dann durch eine romantische Berglandschaft längs kristallklarer Flüsse zweieinhalb Stunden nach Thimphu, der Hauptstadt (auf 2500m Höhe gelegen), wo wir in dem gemütlichen Appartement der Himalayan Adventures Quartier bezogen. Dies wurde unser Hauptquartier, von wo aus wir die nächsten zehn Tage ausgedehnte Ausflüge und Besichtigungstouren unternehmen sollten. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Wanderung (wandern, oder modern – Trekking – ist sicher die lohnenste -und oft auch einzige- Möglichkeit dieses unberührte Land zu erkunden) zu einem Bergkloster oberhalb von Thimphu. (Der Großteil des Landes besteht aus Bergen und Tälern, den Alpen nicht unähnlich, nur höher und ursprünglicher und so liegt auch die Hauptstadt in einem breiteren Tal umgeben von über 4000m hohen Gebirgszügen.) Früh morgens brachen wir auf, ließen die letzten malerischen Häuser der Stadt (der Begriff Stadt ist wohl selbst für Thimphu irreführend, wir würden es als größeren Ort bezeichnen – alle Häuser im bhutanesischen Stil mit aufwendigen Holzschnitzereien und reicher Bemalung, die größten Gebäude Thashiho Dzong, Sitz der Regierung und der Königspalast sowie eine eindrucksvolle weiße Stupa) schnell hinter uns und erreichten nach einem im wahrsten Sinne atemberaubenden, steilen fünfstündigen Anstieg der durch verwunschene Bergwälder führt das Kloster Phajoding (ca. 3800m). Die aus drei Tempelgebäuden und mehreren verstreuten Einsiedeleien bestehende Anlage schmiegt sich an einen steilen Bergkamm und bietet einen wundervollen Ausblick auf das Thimphutal und die umliegenden Berggipfel (über 4000m). Freundliche junge Mönche öffneten uns den Haupttempel (unser Führer Nima vergaß nicht die aus Butter und Räucherwerk bestehenden , obligatorischen traditionellen Opfergaben mitzunehmen – das öffnet auch manch sonst für Touristen verschlossenen heiligen Ort) , ein wahrhaft mystischer Platz , alles wie im 13.Jh. errichtet , voller Statuen (bis 10 m Größe) und Ritualgegenstände die jedem Tibetfreund das Herz höher schlagen lassen. Phajoding ist ein Ort über und fern der Welt an dem seit Jahrhunderten Generationen von Mönchen ihre spirituelle Disziplin praktizieren. Nach einer kurzen Andacht und einem Picknick machten wir uns an den (glücklicherweise nicht so anstrengenden ) Abstieg um den wunderbaren Tag in einem der zahlreichen einheimischen Restaurants mit einem guten Essen ausklingen zu lassen (die bhutanesische Küche ist einfach, aber vorzüglich und nicht wie sonst in Asien üblich, allzu scharf). Eindrucksvoll auch ein Ausflug (allerdings nicht zu Fuß, sondern per Jeep) nach Phunaka, ein Ort in einem malerischen breiten grünen Tal, von Thimphu aus in einer vierstündigen Fahrt über einen Pass zu erreichen. Der Dzong von Phunaka, einer der größten und eindrucksvollsten des Landes, am Zusammenfluss zweier Bergflüsse gelegen vermittelt erneut einen schönen Eindruck vom Leben und der Kultur Bhutans wo Religion und Alltagsleben aufs Engste miteinander verbunden sind. Wir hatten Gelegenheit, den Mönchen bei Proben für die rituellen Tänze zuzusehen, wie sie bei den prunkvollen Festen in den Klöstern besonders während der Frühlingsmonate zelebriert werden. Neben den vielen Naturschönheiten und sehenswürdigen Plätzen Bhutans (man könnte monatelang auf Entdeckungsreise unterwegs sein) üben auch die Menschen dieses Landes eine nachhaltige Faszination aus. Freundlich und unaufdringlich (in Asien eine Wohltat!) strahlen sie eine vielen Bergvölkern eigene Natürlichkeit und herzliche, fast kindliche Fröhlichkeit aus. Gastfreundschaft ist für sie buddhistische Selbstverständlichkeit. Die letzten Tage unserer Reise verbrachten wir im Parotal, wo sich neben einem königlichen Sommerpalast, dem sehenswerten Nationalmuseum, dem Dzong, mehreren berühmten Tempeln auch das bedeutendste Heiligtum des Landes befindet. Taktsang – das Tigernest- eine auf unglaubliche Weise in eine steile Felswand gebaute Tempelanlage, ein Platz wo der große Mystiker Padmasambhava, Begründer des Buddhismus in Tibet und Schutzpatron Bhutans im 8.Jh. lebte und wirkte. Bereichert durch viele unvergessliche Eindrücke verließen wir dann mit dem äDonnerdrachen“ der Druk Air ein Land das hoffentlich noch lange abseits von Massentourismus und Globalisierung seinen stillen aber beständigen Weg geht zum Wohle seiner Bewohner und der ganzen Welt. TASHI DELEK - Mögen die Götter siegreich sein! |
